Die Frage, ob man steuerlich als Freiberufler oder Gewerbetreibender gilt ist teilweise sehr komplex. Klar, manche Berufe haben es einfach etwa Ärzte mit eigener Praxis, Architekten mit eigenem Büro oder Anwälte mit eigener Kanzlei. Diese gelte als freie Berufe, also ist man Freiberufler. Jenseits diese Klassiker ist die Einteilung nicht mehr so einfach.

Besonders sie Einteilung in Gewerbetreibende ist rechtlich nicht ganz klar geregelt und enthält einige Unklarheiten und Stolpersteine. Als Gewerbe gilt eine Tätigkeit, die dem Gewinnerziel dient, d.h. Ehrenämter etc. fallen raus.

Auch muss das Gewerbe legal sein, was eigentlich klar sein sollte.  Auch sollte die Absicht bestehen, dauerhaft Gewinn zu erzielen, d.h. für einmalige Aktionen, etwa Großverkäufe, kann man sich nicht als Gewerbetreibender anmelden.

Der Gewerbetreibende selbst darf weiterhin nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen, d.h. er muss selbstständig sein.
Bestimmte Tätigkeitenfelder gelten außerdem nicht als Gewerbe, nämlich Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Auch das reine Verwalten des eigenen Vermögens gilt nicht als Gewerbe (wäre ja noch schöner).

 

Diese Definitionen kreisen ein, was der deutsche Staat unter einem Gewerbe und somit auch unter einem Gewerbetreibenden versteht, oder besser nicht versteht, denn viele der Definitionen sind reine Ausschlussdefinitionen.

 

Beispiele für Gewerbetreibende Berufe

 

Als prominentestes Beispiel gilt die Aktivität als selbstständiger Vertreter oder Immobilienmakler.  An diesem Beispiel kann man auch gut herleiten, ob der ausgeübte Beruf damit vergleichbar ist oder nicht.  Andere Beispiele sind etwa Gastwirt, Händler oder Selbstständige im produzierenden Gewerbe (etwa in der Textilbranche).

 

Freiberufler – wer zählt dazu, wer nicht ?

 

 

Im Gegensatz zu Gewerbetreibenden erfolgt die Definition Freiberufler anderen

Freiberufler o. Gewerbetreibender? Erklärung & Definition

Regeln. Das Einkommensteuergesetz zählt sogar einige Berufe auf, definiert wird die Tätigkeit aber wie folgt. Eine freiberufliche Tätigkeit ist eine selbstständig ausgeübte (da ist es wieder), wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit.

 

Freiberufler – vom Gesetzgeber aufgezählte Berufe

 

Die Berufe, welche der Gesetzgeber explizit als freie Berufe aufzählt sind folgende:

  • Ärzte
  • Vermessungsingenieure
  • Ingenieure
  • Architekten
  • Handelschemiker
  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • Zahnärzte
  • Tierärzte
  • Rechtsanwälte
  • Notare
  • Patentanwälte
  • beratende Volkswirte
  • beratende Betriebswirte
  • vereidigte Buchprüfer
  • vereidigte Bücherrevisoren
  • Steuerbevollmächtigte
  • Heilpraktiker
  • Dentisten
  • Krankengymnasten
  • Journalisten
  • Bildberichterstatter
  • Dolmetscher
  • Übersetzer
  • Lotsen

Natürlich ist diese Auflistung nicht vollständig, da auch andere Berufe unter die Kategorie Freiberufler fallen, aber sie soll den Menschen die Identifikation erleichtern, gerade weil die Anzahl an gewerbetreibenden Berufen weitaus größer ist.

Der Gesetzgeber spricht weiterhin von ähnlichen Berufen, die nicht näher definiert sind, alle aber eine Gemeinsamkeit haben. Es muss eine Ausbildung wissenschaftlicher (auch wissenschaftlich-künstlerischer) Art vorliegen. Damit ist nicht zwingend eine Hochschulausbildung gemeint, die Kenntnisse können auch während des Berufs oder im Selbststudium erlangt worden sein.

 

Allerdings müssen diese erworbenen Kenntnisse einer Hochschulausbildung in Anspruch und Niveau entsprechen. D.h. einfach als freiberuflicher Künstler anfangen ist nicht drin ohne eine entsprechende, wie auch immer erworbene Ausbildung/ Kenntniserwerb. Unterm Strich haben Freiberufler v.a. den großen Vorteil, dass diese kein eigenes Gewerbe anmelden müssen und somit von der sogenannten Gewerbesteuer befreit sind.

Sollte ein Beruf beide Definitionen erfüllen muss man abwägen. Steht eine sogenannte schöpferische Arbeit im Vordergrund (d.h. nicht primär Profit), so ist die Tätigkeit im Zweifelsfall als Freiberuf einzustufen.